Bad Homburg - Der Tour Auftakt
Es ist gerade 2 Uhr morgens und ich liege in meinem Bett. Wahrscheinlich die beste Zeit, um einmal zurückzublicken und aufzuschreiben, wie ich unseren Tourstart eigentlich wahrgenommen habe.
Mein Fazit vorweg: Es hätte kaum eine bessere Location für den Start dieser Tour geben können. Es gab ein bisschen Chaos, einige Momente, in denen nicht alles nach Plan lief – aber dafür ein großartiges Publikum, eine besondere Atmosphäre und einen Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Schon als wir angekommen sind und die Schlüssel entgegengenommen haben, hatten wir irgendwie sofort das Gefühl, hier richtig zu sein.
Nicht jeder Ort ist für Birds Tree geschaffen. Der Baum braucht Raum, Höhe und vor allem eine Umgebung, in der er seine Wirkung entfalten kann. Und trotzdem weiß man vorher nie genau, wie es am Ende aussehen wird.
Als wir den Saal zum ersten Mal betreten haben, standen dort allerdings erst einmal zwei Flügel auf der Bühne. Einer davon musste also weg, bevor wir überhaupt richtig mit unserem Aufbau beginnen konnten. Ein etwas chaotischer Start – und gleichzeitig irgendwie passend für den ersten Tag einer Tour.
Nachdem der zweite Flügel schließlich weggeräumt war, konnten wir anfangen, aus diesem Saal Stück für Stück unsere Birds Tree-Welt entstehen zu lassen.
Und spätestens als unser Baum stand, wussten wir: Genau hier gehört er hin.

Zwischen den beiden Kronleuchtern wurde er förmlich zum Leben erweckt. Selbst das Personal vor Ort kam auf uns zu und meinte, wie unglaublich gut dieser Baum in den Raum passen würde.
Das war einer dieser Momente, in denen man kurz innehält.
Man plant so etwas über Monate. Man misst Räume aus, zeichnet Pläne, schleppt Technik, baut auf und überlegt hundertmal, ob das, was man sich im Kopf vorgestellt hat, am Ende wirklich funktioniert.
Und dann steht man plötzlich davor und sieht: Ja. Genau so sollte es aussehen.
Natürlich wäre es aber kein richtiger Tourstart gewesen, wenn danach einfach alles problemlos funktioniert hätte.
Kurz vor beziehungsweise während des Konzerts stellte sich heraus, dass meine Stoppuhr nicht funktionierte. Eigentlich brauche ich sie, um während der Mashups genau zu wissen, wo ich mich zeitlich befinde und wann die nächsten Abläufe kommen.
Also blieb mir nichts anderes übrig:
Die ersten beiden Mashups musste ich praktisch „blind“ spielen. Keine funktionierende Zeitangabe. Keine gewohnte Orientierung. Einfach Musik, Gefühl und darauf vertrauen, dass ich weiß, was als Nächstes kommt.
In diesem Moment war das natürlich alles andere als entspannt. Rückblickend gehört aber wahrscheinlich genau das zu den Geschichten, über die man irgendwann lachen wird.
Denn am Ende sind es nicht die Abende, an denen alles perfekt nach Plan läuft, die einem besonders im Gedächtnis bleiben. Es sind die Abende, an denen improvisiert werden muss. An denen plötzlich zwei Flügel auf der Bühne stehen, obwohl man eigentlich nur einen braucht. An denen Technik nicht funktioniert und man trotzdem weitermacht.
Und vielleicht war genau deshalb dieser Abend der perfekte Start für Birds Tree.

Und das schönste ist: wir haben nichts von Technik usw bemerkt. Es war für uns ein supertolle Erlebnis. Haben genossen von alles. Es ist ein Perfekte Lokation. Du bist die beste mit improvisieren. Wenn nächstes Jahr wieder in Bad Homburg Konzert geplant wird, sind wir gerne dabei.